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Programm

«Dann nimm’s doch persönlich» – Emotionen und Gefühle in der professionellen Beziehungsgestaltung der Sozialen Arbeit

28.-29. Januar 2027, Muttenz / Basel

Donnerstag, 28. Januar 2027, 09.00 – 17.15 Uhr

09.00 – 09.30Ankommen und Anmeldung
09:30 – 09:45Begrüssung
09.45 – 10:40Keynote I: Aggression und Macht als Beziehungsangebote
Prof. Dr. Sabine Pankofer
10:40 – 11:10Pause
11:10 – 12:05Keynote II: Hoffnung und Scheitern in institutionellen Beziehungskonstellationen
Prof. Dr. Carsten Schröder
12:05 – 12:30Plenumsveranstaltung
12:30 – 13:45Mittagessen
13.45 – 15:30Workshops
15:30 – 16:00Pause
16:00 – 16:45Keynote III: Empathie: Ethische Tugend oder soziale Notwendigkeit? Eine Plädoyer für den Wechsel der Perspektiven
Prof. Dr. Susanne Schmetkamp
16:45 – 17:15Plenumsveranstaltung
ab 17.15Apéro-riche, Campus Muttenz (12. Stock)

Keynotes:

Prof. Dr. Sabine Pankofer

Kurzbeschrieb:

Aggression und Macht sind sicherlich keine Begriffe, die als erste Assoziation sofort an gute Beziehungen denken lassen – insbesondere im Kontext der Sozialen Arbeit, in dem beide keinen sonderlich guten Ruf geniessen. Aggressionen, egal ob von Klient*innen oder Fachkräften, gelten als etwas Gefährliches oder Anstrengendes, das es zu bearbeiten oder zu behandeln gilt. Tendenziell lösen Aggressionen bei sich selbst oder beim Gegenüber Angst aus, denn sie könnten ja die Vorboten von Gewalt sein. Auch der Begriff der Macht kommt bei Professionellen der Sozialen Arbeit weniger gut an, denn tendenziell wird auch dieser negativ konnotiert und sie fühlen sich eher ohnmächtig. Macht wird meist als destruktiv erlebt oder sogar ausgeübt, die eigene Macht eher kleingeredet.
In beiden Phänomenen verbergen sich jedoch wichtige Aspekte, die es lohnt, sie wertschätzend und «ganz persönlich» zu erkunden und einzuordnen, um ihre Potenziale als Ressource für gute Beziehungsgestaltung nutzen zu können.

zur Person:

Dr. phil. Sabine Pankofer ist seit 1998 Professorin für Psychologie in der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH) und verfügt über mehrjährige Erfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe. Als Supervisorin/Coach (DGSv, GaG) ist Sie vor allem in Feldern der Sozialen Arbeit sowie in der Leitung der Ausbildung in Supervision und Coaching an der KSH tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Empowerment, Macht in der Sozialen Arbeit sowie Kinder- und Jugendschutz.

Kontakt: sabine.pankofer@ksh-m.de

Website: www.ksh-muenchen.de/pankofer-sabine

Prof. Dr. Carsten Schröder

Kurzbeschrieb:

Die Keynote analysiert das Spannungsverhältnis von Hoffnung und Scheitern in institutionellen Beziehungskonstellationen der Sozialen Arbeit. Hoffnung wird dabei als eine zentrale Kategorie professionellen Handelns verstanden, da sie ein emanzipatives und selbstermächtigendes Potenzial in sich trägt und auf das noch nicht Realisierte, aber Mögliche verweist.

Zugleich ist Hoffnung jedoch ein widersprüchliches Gefühl, da sie neben Zukunftsoffenheit auch Ungewissheit und die Angst vor dem Scheitern umfasst. Scheitern wird als Einschränkung oder Unverfügbarkeit von Handlungsmöglichkeiten verstanden, die durch gesellschaftliche Macht- und Ausschliessungsverhältnisse hervorgebracht wird. Der Beitrag untersucht, wie Hoffnung sowohl Bedingung von Emanzipation als auch mit strukturell bedingtem Scheitern verknüpft ist, und fragt danach, welche gesellschaftlichen Machtrelationen dieses Spannungsverhältnis in der Sozialen Arbeit prägen.

zur Person:

Carsten Schröder ist Sozialarbeiter und Professor für Wissenschaft der Sozialen Arbeit an der Technischen Hochschule in Köln. Er befasst sich im Schwerpunkt mit folgenden Gegenstandsbereichen: Phänomenologie des Körpers und Leibes, die Bildung von Gefühlen, Emotionen und Professionalität, Theorien Sozialer Arbeit, Jugendhilfe- und Kindheitsforschung, Grundlagen professionellen Handelns. Im Fokus seiner derzeitigen Arbeiten steht die Frage, welche Bedeutung soziale Ungleichheitsverhältnisse im Prozess der Aneignung von Gefühlen in der Kindheit haben.

Kontakt: carsten.schroeder1@th-koeln.de

Website: www.th-koeln.de/carsten.schroeder1

Prof. Dr. Susanne Schmetkamp

Kurzbeschrieb:

Als soziale, sensible und verkörperte Wesen treffen wir in zwischenmenschlichen Beziehungen nicht nur denkend, urteilend und handelnd aufeinander, sondern immer auch fühlend. Wir können zwar in gewissen, zum Beispiel beruflichen Kontexten, bestimmte private Gefühle und Empfindungen ein Stück weit ausblenden, aber wir sind nie gefühlsleer noch je körperlos. Im Miteinander hilft uns die Empathie, emotionale Erfahrungen anderer nachzuvollziehen – und damit Verständnis und Kooperation zu verbessern. Was aber genau ist Empathie? Bedeutet sie, dass wir auf der affektiven Ebene angesteckt werden? Oder heisst Empathie, die Perspektive anderer einzunehmen, ohne selbst das gleiche zu fühlen? Können wir sie auch als Tugend trainieren? Und wie wichtig ist sie für unsere Gesellschaft? Diese und andere Fragen werden im Zusammenhang mit einer allgemeineren Klärung der Empathie aus philosophischer Perspektive beleuchtet.

zur Person:

Susanne Schmetkamp ist promovierte Philosophin. Sie hat an den Universitäten Basel, Zürich, St. Gallen, Weimar, Siegen, Konstanz und Fribourg gelehrt und geforscht. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Empathie, Aufmerksamkeit, ästhetische Erfahrungen und Trauer. Neben ihrer akademischen Tätigkeit war sie viele Jahre als Kulturjournalistin tätig und arbeitet bis heute auch als Autorin und Moderatorin. Derzeit schreibt sie ein Buch über Trauer. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich. 

Kontakt: susanne.schmetkamp@unifr.ch, susanne.schmetkamp@icloud.com

Website: www.susanneschmetkamp.com

Workshops: folgen

Bitte melden Sie sich bei der Anmeldung (ab Anfang Mai 2026) für die Workshops an.

Freitag, 29. Januar 2027, 08.30 – 13.00 Uhr

Der Freitag ist geprägt durch Experimentier- und Erfahrungsräume. In diesen Workshoptrainings laden wir dazu ein, Emotionen nicht nur zu thematisieren, sondern sie im gemeinsamen Geschehen zu untersuchen.

Wir betreiben zusammen Aktionsforschung und erleben, erfahren und reflektieren über unsere Emotionen unmittelbar im Moment. Dies eröffnet die Möglichkeit, zentrale Dynamiken der Beziehungsgestaltung wie bspw. Selbst- und Fremdwahrnehmung,
Übertragungsprozesse und Machtverhältnisse zu erforschen.

08.30-09.00Ankommen und Anmeldung
09.00 – 10.30Begrüssung und
Experimentierräume I
10.30 – 11:00Pause
11:00 – 12.30Experimentierräume II
12:30 – 13:00Abschluss-Plenumsveranstaltung

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